Deutscher Notdienstanzeiger

Redaktioneller Teil

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 Recht & Rat*

Ortsüblicher Preis

Der ortsübliche Preis errechnet sich aus den Preisen für z.B. Türöffnungen aus den Angeboten der sich am Ort, maximal aus denen sich in der näheren Region befindlichen Anbietern. Hierbei werden die Endsummen aller Anbieter zusammengezählt und durch die Anzahl der Anbieter geteilt. Diese Summe stellt dann den ortsüblichen Preis für eine Türöffnung in der entsprechenden Region dar.

Vorsicht geboten!

Doch selbst bei den Berechnungen von Verbänden oder Institutionen fallen hierbei oft gravierende Fehler auf die z.B. vor Gericht für den Kläger zum Desaster werden können. Dort werden nämlich gar nicht so selten regelrechte Milchmädchenrechnungen aufgestellt. Es ist nämlich nicht das selbe ob nun ein Schlosser oder Schreiner tagsüber mal eben nebenbei eine Türe öffnet und gar keinen regulären Notdienst unterhält, oder ob ein regulärer 24 Stunden Notdienst bestellt wird. Die Kostenkalkulation letzterer sieht nämlich ganz und gar anders aus. Es ist daher in jeden Fall besser, selbst Erkundigungen zu unternehmen als sich auf das Zahlenwerk anderer - und mögen diese noch so seriös erscheinen - zu verlassen.

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Wucher?!

Wucher - in der deutschen Rechtsprechung wird oft eine Grenze gezogen die vereinfacht gesagt das Folgende bedeutet: Alles, was mehr als 100 % über dem ortsüblichen Preis liegt kann als Wucher bezeichnet werden. Es gab aber auch schon Urteile die diese "Grenze" erst bei 200 % sahen.

Beweislast

Dabei liegt die Beweislast beim Kunden. Das erste Dilemma beginnt in aller Regel bereits mit dem ortsüblichen Preis und dessen Berechnung (siehe oben). Regelrecht aussichtslos wird eine Klage wegen Verdacht auf Wucher z.B. dann, wenn gar kein regionales Unternehmen gleiche Dienstleistung anbietet, denn dann gibt es keinen örtlichen Vergleichswert an dem der Tatvorwurf des Wuchers "festgemacht" werden könnte. Und diese "Gebiete" gibt es in Deutschland reichlich. Sollten Sie also eine "Klage" ins Auge fassen sollten Sie Ihren Rechtanwalt auf diese möglichen Hindernisse aufmerksam machen.

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Zeugen der Bestellung

Immer wieder liest man den Tipp in irgendwelchen Artikeln, man solle einen Zeugen parat haben um später beweisen zu können was am Telefon ausgemacht wurde. Mit Verlaub, dies ist reiner Unsinn. Selbst wenn jemand mitgehört hat - was in der Regel nicht erlaubt ist - so hat dies später keinerlei Beweiswert - eben weil verboten.

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Preis per Telefon?

Abgesehen vom zuvor geschilderten Problem der Beweislast (Habe ich nie gesagt!) ist ein derartiges Verlangen in der Regel gar nicht praktikabel. Dies setzt nämlich voraus dass der Kunde genaue Angaben über seine "Tür" machen kann. Die Erfahrung lehrt jedoch das für den Kunden alles und jedes "eine normale Tür" darstellt, oftmals weis der Kunde noch nicht einmal ob er abgeschlossen hat oder auch nicht. Mit Türen ist es so wie mit Pkw`s, es geht nicht mehr, warum? Tia, und nun? Genau deswegen werden Sie z.B. von Automobilclubs (z.B. ADAC,AVD,u.a.), die Sie zu Hilfe rufen wenn das Auto gerade den Geist aufgab nie am Telefon hören WAS am Pkw defekt ist und was es kostet. Ferndiagnosen sind nämlich nur selten möglich, wenn überhaupt.

Allerdings sollte das angerufene Unternehmen schon einen Endpreis für z.B. eine Arbeitsstunde nennen können. Dies ist die einzig praktikable und zugleich seriöse Möglichkeit für beide Seiten. Der oft zitierte "Kostenvoranschlag" per Telefon ist regelrechter Unsinn.

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